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Neues vom Pferd: Termin beim Zahnarzt

03 Apr

Es war mal wieder soweit, der Termin beim Zahnarzt stand an. Ich verdonnere Cantara einmal jährlich dazu, meist ist alles in Ordnung, aber erst etwas zu tun wenn es zu spät ist erscheint mir natürlich nicht sinnvoll. Selbstverständlich ist Cantara da wieder anderer Meinung.

Wie ich es drehe und wende, ich kann den Termin nicht vor ihr verheimlichen, sie liest es mir vom Gesicht ab, stellt gute Fragen und löchert mich, bis ich damit rausrücke. Z.B. „Irgendwie siehst Du komisch aus, so verkrampft.“ „Ist alles gut mit Dir?“ „Hast Du Sorgen? Oder verheimlichst Du etwa was vor mir?“ „Ich dachte wir sind Freunde…aber wenn Du meinst mir nicht alles sagen zu können?“ etc. Meistens zieht das …wir sind doch Freunde… Dann sage ich es und es kommt wie es kommen musste, es beginnen die alljährlichen Diskussionen über Sinn und Unsinn dieser Aktion.

Cantara ist strikt dagegen. Schließlich würde es so etwas bei ihren wilden Verwandten auch nicht geben. Ich sage ihr dann, dass die sich aber auch ganz anders ernähren und wenn die Zahnprobleme haben, müssten sie so damit klarkommen. Gut meint Cantara, ich komme auch so damit klar. Gut sage ich, aber wenn dann alles kaputt ist, wer muß dann die Zahn-OP bezahlen? Ich soll mich doch bitte nicht so kleinlich gebärden, ich kann ja die jährlichen Kosten für den Zahnarzt zurücklegen, dann reicht das schon….und jetzt meint sie hat sie gewonnen.

Aber so schnell gebe ich mich ja auch nicht geschlagen. Ich weiß wie sie ihr Heu , das frische Gras und ihr Müsli und alles was sie sonst noch bekommt, liebt. Gut sage ich, dann kannst Du aber nach der großen OP nur noch Breichen essen. Äpfel und Co. fallen dann natürlich flach und Müsli und Heu natürlich auch (auch wenn nicht alles stimmen mag, das weiß sie ja nicht, ha ha). Natürlich dramatisiere ich wo es geht. Ich beschreibe ihr dann den Aufenthalt in der Pferdeklinik, natürlich nicht überdramatisch in diesem Fall. Ich hoffe nicht dass sie jemals dorthin muß, aber wenn wäre das sicher kontraproduktiv.

Wie jedes Jahr muß sie sich dann doch geschlagen geben. Doch dieses Jahr konnte sie dennoch einen Triumph verbuchen. Ich ging auf die Koppel um sie zu holen. Kurz vorm Koppelausgang lag ein Appelhaufen, schön frisch. Sie blieb stehen, sah mir in die Augen, ein Hauch von Sarkasmus war unübersehbar. Dann wusste ich es, aber ich konnte nicht mehr reagieren. Mit einem breiten Grinsen sozusagen biß sie genussvoll in den Haufen, die Schnute voll, um die Schnute noch klebrige Reste ihrer Beute. Zufrieden kauend folgte sie mir auf den Hof. Die Zahnärztin musste ihr zauberhaftes Maul einige Male spülen, denn es hatte sich überall festgesetzt. Und darüber, dass es gemuffelt hat, möchte ich gar nicht reden. Nun, ja, so schlimm als wenn wir vorher Knoblauch essen ist es natürlich nicht, aber es war mir dennoch irgendwie unangenehm. Sie hatte so etwas noch nie vorher gemacht , aber auch sie lernt dazu, ganz besonders gern wenn es darum geht, mich etwas vorzuführen.

Am nächsten Tag musste sie mir ihren Triumph noch mal unter die Nase reiben. Aber ich war vorbereitet und bewaffnet. An diesem Tag gab es Breichen, ha. Ich weiß, die meisten Pferde lieben Mash, aber Cantara nicht so sehr. Geschmacklich schon, aber es ist doch ein Rentnerfutter ihrer Meinung nach. Zum Nachtisch gab es pürierte Banane. Das fand sie gar nicht mehr lustig.

O.k., wir waren quitt. Bis zum nächsten Jahr und ich will gar nicht wissen, was ihr dann einfällt….ich bin auf alles vorbereitet, glaube ich zumindest.

Drückt mir die Daumen!

Alles Liebe

Esther

 

 
1 Kommentar

Geschrieben in Stallgeflüster

 
  1. Tess

    3 April, 2013 at 19:10

    An dieser Stelle gibt’s normalerweise immer einen schönen Cartoon von Nina, die hat aber momentan soviel um die Ohren, dass Ihr Euch leider mit Esthers bildlicher Beschreibung begnügen müsst…